Dress Rehearsal: The Coronavirus, the Climate, and the Body in Dance

in: The Body in Pandemic Times: Essays on dance, ed. by Cosmin Manolescu (Gabriela Tudor Foundation & 

Goethe-Institut Bucharest 2021)

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The essay draws some conceptual consequences from the experience of the pandemic for the theory and practice of contemporary dance. In doing so, it critically explores the claim that the pandemic forms a dress rehearsal for the coming climate collapse. Scaled quite differently in space, time and movement, both crises call for a concept of the body as a transindividual assemblage of organic and inorganic substances and forces that extend from the level of the planet down to the level of cell replication. Based on this concept, three propositions for post-pandemic dance theory and practice are formulated.

How to Relate in Contemporary Dance? Conversations with Alice Chauchat, Gradinger/Schubot and 

Jeremy Wade

in: How to Relate / Knowledge, Arts, Practices, ed. by Annika Haas, Maximilian Haas, Hanna Magauer, Dennis Pohl (Transcript 2021)

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“How to relate?” is not at all a secondary question to the practice of contemporary dance – as if there were movement first that could then relate to something or not. Rather – mediated through bodies, affect, sensing, imagination, rules, etc. – this question might even form the core of the artistic process through which dance emerges. Posing the same set of questions to Berlin-based dance makers Alice Chauchat, Jeremy Wade, Jared Gradinger and Angela Schubot, the text aims to disclose and unfold relational practices in the contemporary field through conversations about the respective relata and the modes of relating that organize their artistic process. 

Balthazar, the Technical Laws of Imitation and the Collective Suspension of Theatre

in: Tierform/e/ln, hg. von Martin Nachbar und Silke Bake (online 2020)

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This text is a revised version of the fourth and final chapter of my book Animals on Stage: An Aesthetic Ecology of Performance, published by Kadmos Kulturverlag in 2018. The book revolves around an artistic research project I developed with the artist David Weber-Krebs: the performances in the Balthazar series confront a live, untrained donkey with a group of human performers on stage. This chapter extends the project into a future that has long since become the present and develops a speculative fabulation around a gallery version of Balthazar in which biology and technology, human and animal, performer and spectator, Western modernity and its others, art and life, fiction and reality structure a performance that could, should or even will have taken place.

Theoretische Bemerkungen zu einer Dramaturgie der nichtmenschlichen Anderen (nach Haraway)

in: Postdramaturgien, hg. von Sandra Umathum and Jan Deck (Neofelis 2020)

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Theater-, Performance- und Tanzproduktionen, insbesondere der Freien Szene, haben sich in den letzten Jahren vermehrt mit der Existenzweise und Handlungsmacht von Nichtmenschen befasst. Die Akteure sind heterogener geworden und der Kreis der Figuren breiter: Instrumente und Maschinen, Pflanzen und Tiere, mehr oder weniger materielle Objekte und Prozesse stehen hier im Fokus des ästhetischen Interesses. Welche Formen von Dramaturgie, welche dramaturgischen Methoden und Praktiken verlangen diese nichtmenschlichen Akteure? Und welche bringen sie mit?

Zur Beantwortung dieser Frage gehe ich zunächst von einem zentralen Anspruch im zeitgenössischen Theater aus, dem der Kritik, der in seinem klassischen Verständnis einer Dramaturgie der nichtmenschlichen Anderen entgegenzustehen scheint. Mit Haraways Begriff der Diffraktion, den sie als einen Gegenbegriff zur Reflexion in die Debatten um die Politiken epistemischer Praktiken eingeführt hat, skizziere ich dann ein anderes Verständnis von Kritik, das weniger auf subjektiven Urteilen denn auf Krisen und Kontrasten im Zusammenhang des Materials beruht und sich daher mit einer Dramaturgie der nichtmenschlichen Anderen verbindet. Abschließend wird dieser Kritikbegriff zu einigen Entwicklungen im dramaturgischen Diskurs seit den 1990er Jahren, insbesondere im Feld des zeitgenössischen Tanzes, in Beziehung gesetzt.

Cosmology of Forces, Performative Fields

in: Energy and Forces as Aesthetic Interventions, ed. by Sabine Huschka and Barbara Gronau (Transkript 2019)

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A theatrical situation engenders and maintains a peculiar ecology of events, processes, and practices, not all of which are conducted by humans. Recent performances programmatically engage with non-human actors, such as machines and algorithms, animals, plants, and mere things, and sometimes even leave the entire stage to them.

This paper develops a cosmological understanding of performance with regard to the concept and performative effect of force. The cosmological method outlined at the beginning is influenced by Alfred North Whitehead's speculative philosophy. The discussion of force then bridges natural philosophy (Aristotle, Leibniz, Schelling, Grant) and aesthetic theory (Menke, Fischer-Lichte), while the resulting ontogenetic conception of force as infinite and organized in dynamic fields builds on Gilbert Simondon's theory of individuation. This theory is finally translated into an aesthetic approach that goes beyond performative aesthetics, conceived of as in-formative aesthetics. It allows to approach different modes of being in performances on the same ontological footing, while also accounting for the different ways and intensities with which force is organized and expressed in each case. Thus a cosmological understanding of forces leads to an aesthetic understanding of performative fields.

Einheit und Kontingenz der Dinge in der dritten Natur: Mårten Spångbergs The Internet

in: Tanz der Dinge/Things that dance (Jahrbuch TanzForschung 2019), hg. von Johannes Birringer und Josephine Fenger (Bielefeld 2019)

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Das Essay befasst sich mit neueren Tanz-Performances des schwedischen Choreografen Mårten Spångberg aus naturphilosophischer Perspektive. Gemäß dem Begriff einer „dritten Natur“, der dieser Perspektive zugrunde liegt, muss Naturphilosophie heute die Pluralisierung und Konvergenz von Naturen und Techniken denken, welche einerseits mit der Evolution und ubiquitären Verbreitung kybernetischer Technologien und andererseits mit der anthropogenen Zerstörung geo-, öko- und meteorologischer Systeme zusammenhängen. Spångberg antwortet auf diese Bedingungen mit einer „landschaftlichen“ Inszenierung von Tanz-Performances, die auf der Wechselbeziehung zwischen der Aufführung als einer schwachen Einheit sowie der Formen und Objekte darin als beliebigen beruht – ein Verhältnis wie es nicht zuletzt das Internet exemplifiziert.

Ästhetische Ökologie. Jakob von Uexkülls Musiktheorie des Lebens

in: Tierstudien 13: Ökologie, hg. von Jessica Ullrich (Neofelis 2018)

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Ökologie wird gemeinhin nicht mit Ästhetik zusammengebracht. Auf die Kunst und auf die Erfahrung kommt es bei der Ökologie nicht an. Eine Ausnahme bildet die Umweltlehre des deutsch-baltischen Biologen Jakob von Uexküll, in der die Beziehung eines Tiers zu den Elementen seines Milieus als eine Subjekt-Objekt-Relation systematisiert wird. Um nun zu erklären, wie diese Elemente und Prozesse mit den Empfindungen und Akten des Tier-Subjekts zusammenhängen, wendet sich Uexküll an die Begriffe der Ästhetik: Seine „Musiktheorie des Lebens“ bzw. „Kompositionslehre der Natur“ führt dabei direkt in den Kern der epistemologischen und weltanschaulichen Probleme der Umweltforschung. Es geht hier nämlich um die Frage, wie Ding und Phänomen bzw. Materie, Erscheinung und Bedeutung zusammenhängen, und mithin um das Verhältnis von Biologie, Phänomenologie und Semiotik im wissenschaftlichen Begriff einer animalischen Natur, die der menschlichen nicht entgegengesetzt wird. Der Artikel erschien 2018 in Tierstudien 13: Ökologie, hg. von J. Ullrich, das Inhaltsverzeichnis findet sich am Ende des Dokuments.

Die konkrete und die abstrakte Maschine als Protagonist. Über Performances von Kris Verdonck und Xavier Le Roy

in: Maschinen des Lebens - Leben der Maschinen,hg. von P. Gwozdz, J. Heller, T. Sparenberg (Kadmos 2018)

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Der Artikel diskutiert Performances von Kris Verdonck (Dancer #1, Dancer #2) und Xavier Le Roy (low pieces), die sich mit der Performativität des Maschinellen auseinandersetzen. Während Verdonck dabei das Wesen der Maschine im Verhältnis zu dem des Menschen inszeniert, bringt Le Roy das Maschinische in den Performerkörpern zum Ausdruck. Nimmt das Maschinelle in beiden Fällen die zentrale Rolle des Protagonisten ein, so tut sie dies auf konträre Weise. Zur Analyse dieses Verhältnisses werden Begriffe von Walter Benjamin, Gilles Deleuze, Félix Guattari und Gilbert Simondon in Anschlag gebracht.

Versuch einer Kosmologie des Performativen in der Kunst. Über Alfred North Whitehead und Pierre Huyghe

in: Kosmos & Kontingenz, hg. von Ph. Weber, T. Sparenberg, R. Roessler(Fink 2016)

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Der Artikel konfrontiert die Kölner Retrospektive des französischen Künstlers Pierre Huyghe (Museum Ludwig, 2014) mit dem "Versuch einer Kosmologie" des angloamerikanischen Mathematikers und Philosophen Alfred North Whitehead. Diese an der Biologie des 19. und der Physik des 20. Jahrhunderts geschulte Naturphilosophie erkennt die natürliche Wirklichkeit als ein relationales und prozessuales Geschehen der Realisierung, in dem Entitäten keine stabile Identität annehmen, sondern räumlich wie zeitlich stets im Übergang sind. Die Naturdinge bringen sich fortwährend auf eine performativ zu nennende Weise hervor. Diese Sichtweise erlaubt ein tieferes Verständnis von Huyghes Ausstellungspraxis.

Balthazar, ein Tier auf der Bühne

Theater der Zeit, September 2014: Beilage Scores, hg. von Tanzquartier Wien

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"Balthazar" ist ein künstlerisches Forschungsprojekt, das unser kulturelles Verhältnis zu Tieren in der westlichen Moderne mit den Mitteln von Theater und Performance erforscht. Es konfrontiert ein Tier mit einer Gruppe menschlicher Darsteller auf der Bühne. Ein lebendiger Esel – "Balthazar" – ist der Protagonist, um den das Bühnengeschehen sich dreht. Dieser Essay diskutiert die künstlerischen Erfahrungen mit dem Tier auf der Bühne im Hinblick auf ihre dramaturgischen und ethischen Implikationen, im Besonderen auf Identifikation und Lachen, Co-Autorschaft von Bühnenhandlung als Verhandlung zwischen Mensch und Tier sowie die Konsequenzen daraus für die Begriffe von Performance und Theater. Der einführende Artikel ist mit David Weber-Krebs verfasst und umfasst zahlreiche, farbige Bilder.

Report über ein Tier auf der Bühne: der Esel Balthazar

in Tierstudien 1: Animalität und Ästhetik, hg. von J. Ullrich (Neofelis 2012)

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Das künstlerische Forschungsprojekt "Balthazar" (2011-15, mit David Weber-Krebs) bestand aus einer Serie von Performances, in denen sich eine Gruppe menschlicher Darsteller und ein gewöhnlicher, nicht trainierter Esel auf der Bühne begegneten und eine einstündige Aufführung kreierten, die auf Grundlage einer feststehenden Dramaturgie an jedem Abend aufs Neue zwischen den Akteuren ausgehandelt werden musste. Dieser frühe Artikel diskutiert die dramaturgischen Prämissen des Projekts im Hinblick auf philosophische Positionen zur Mensch-Tier-Beziehung (Agamben, Deleuze/Guattari, Bergson, Critchley).

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